Düsseldorfer Persönlichkeiten von A bis Z

„X“ wie Xenia Prinzessin von Sachsen

Streng genommen müssten an dieser Stelle fünf Vornamen, zwei Titel und vier verschiedene Berufe stehen, die allesamt zu einer Person gehören. Einigen wir uns am besten direkt darauf, die 1986 in Düsseldorf geborene einfach „Xenia“ zu nennen.

Denn eigentlich ist sie gar keine Prinzessin, obwohl ihr Name und ihre Herkunft einiges versprechen. Mütterlicherseits ist Xenia eine Ururenkelin des letzten Königs von Sachsen, Friedrich August III. – das reicht nach dem Adelsrecht aber nicht aus, um zum historischen Adel zu gehören.

Das stört Xenia allerdings nicht, im Gegenteil: Sie nimmt an mehreren Fernsehshows teil, die sie immer wieder als Prinzessin bewerben, so zum Beispiel die Reality-Serie „Die Burg“, die 2005 von ProSieben produziert wird. Xenia wird dabei zusammen mit 11 anderen Kandidaten auf eine Burg gebracht, wo sie 16 Tage lang um den Titel der „BURG-Königin“ kämpft. Gewonnen hat sie allerdings nicht, wird aber fortan trotzdem als „Königin des Trash-TV“ betrachtet.

Schluss ist erst, nachdem Xenia 2010 in der britischen Produktion „Undercover Princesses“ mitmacht, ein Format, bei dem es darum geht, Prinzessinnen aus drei verschiedenen Ländern wie normale Menschen leben und arbeiten zu lassen. Obwohl ihr aufgrund dieser Darstellung in Großbritannien große Aufmerksamkeit zuteil wird, zieht sie sich danach aus der Öffentlichkeit zurück. Nicht etwa, weil es nichts mehr zu sagen gäbe, sondern weil sie an ihrer Biografie arbeitet, die nur ein Jahr später erscheint. Darin arbeitet sie ihr gesamtes Leben auf, schreibt sogar darüber, dass ihr mit zehn Jahren ein Knochentumor am Schädel diagnostiziert wurde. Auch lässt sie in ihrer Biografie keine Gelegenheit aus, gegen den angeheirateten und adoptierten Adel zu wettern – wobei sie mit keiner Silbe deutlich macht, dass sie selbst gar keine echte Prinzessin ist.

Die härteste Kritik kam wohl von der eigenen „Familie“. Maria Emanuel Markgraf von Meißen, Herzog zu Sachsen, einstiges Oberhaupt des sächsischen Hauses Wettin – dem Adelsgeschlecht, dem der letzte König von Sachsen angehört – geht mit harschen Worten gegen Xenias Biografie vor. Er bezeichnet sie als „Malheur für unser weit über 1.000 Jahre altes Haus Wettin“ und auch die Medien zerreißen das Buch, noch bevor es wirklich auf dem Markt erscheint.

Auch heute macht die in Berlin lebende Xenia immer mal wieder auf sich aufmerksam. Sie ist die Assistentin des schillernden Modedesigners Harald Glööckler, den sie auch auf zahlreiche Events begleitet. Zum Beispiel zum Wiener Opernball – er geht als Phantom der Oper, sie als moderne Sissi in pinkem Kleid. Trotzdem ist es insgesamt ruhiger um sie geworden, etwas, das Xenia selbst herbeigewünscht hat. Spricht man sie auf ihre Zeit als „Königin des Trash-TVs“ an, so erklärt sie diese Zeit vehement als Jugendsünde. Nebenbei macht sie nun Musik.

Man weiß nicht, ob unsere Düsseldorfer Persönlichkeit wirklich ganz mit ihrem nicht so echten Adelstitel abgeschlossen hat. Fakt ist aber, dass sie trotz allem noch immer ihren Platz in der Adels-Genealogie hat – als Xenia Florence Gabriela Sophie Iris Prinzessin von Sachsen Herzogin zu Sachsen.