Düsseldorfer Persönlichkeiten von A bis Z

„W“ wie Wim Wenders

Jeder kennt ihn nur als „Wim“ – obwohl er eigentlich ganz anders heißt: Die Rede ist von niemand anderem als Wilhelm Ernst „Wim“ Wenders, 1945 in Düsseldorf geboren. Mit insgesamt 27 internationalen Auszeichnungen für seine Filme, zwei Nominierungen für den Oscar und insgesamt 13 Ehrungen für sein Lebenswerk gilt er als einer der einflussreichsten Regisseure Deutschlands.

Der Name „Wim“ kommt nicht von ungefähr: In den Niederlanden ist das die Kurzform des beliebten Vornamens Willem und weil seine Mutter niederländischer Herkunft ist, scheint es nur logisch, dass der spätere Regisseur diesen Namen tragen soll. Doch die Behörde lehnt den Namen ab, findet ihn zu „undeutsch“. Also wird die deutsche Variante „Wilhelm“ gewählt, Wim wird zu seinem Künstlernamen.

Unsere Düsseldorfer Persönlichkeit: Wim Wenders | Foto: © Creative Commons Attribute

Bis zum Künstler ist es jedoch ein langer Weg. Erst möchte Wim Priester werden, ein gern gesehener Berufswunsch im katholisch-konservativen Elternhaus. Doch dann beginnt in den 50ern und 60ern die Ära des Rock’n’Roll Für Wim die Zeit, in der er seine Identität findet und sich neu entwickelt. Musik spielt von da an eine wichtige Rolle in seinem Leben: In vielen seiner Filme wird populäre Musik als Gestaltungsmittel eingesetzt, in seinen Filmen „Lisbon Story“, „Buena Vista Social Club“ und „Viel passiert – Der BAP Film“ spielt Musik sogar die Hauptrolle.

Es dauert noch bis 1970, bis er seinen ersten eigenen Film dreht. „Summer in the City“ heißt der Schwarz-Weiß-Film, der für damalige Verhältnisse mit zweieinhalb Stunden ungewöhnlich lang ist. Gleichzeitig ist dieser Film die Abschlussarbeit an der Hochschule für Fernsehen und Film München, an der Wim drei Jahre studiert hat. Schon in diesem Film zeigen sich die typischen Motive, die er auch in seinen späteren Werken wieder einsetzt: Der Protagonist des Films läuft ziellos durch die Straßen, flieht schließlich in eine andere Stadt, ins Unbekannte und Neue, wo er sich ein besseres Leben erhofft.

Das Leben, das er sich wünscht, hat Wim längst bekommen, obwohl das Kino „ihm nur so dazwischen kam“, wie er selbst sagt. Neben dem Schaffen von Filmen schlummern noch die Seelen eines Musikers, eines Malers und eines Fotografen in seiner Brust. Zwischen alldem kann er sich einfach nicht für eine Sache entscheiden: Die Musik ist Teil von jedem Film, als Maler lässt er sich von Edward Hopper inspirieren und als Fotograf ist er so erfolgreich, dass er 2012 seine erste Ausstellung in Hamburg eröffnet. Aktuell arbeitet er an seinen beiden neuen Projekten „CATHEDRALS OF CULTURE“ und „Every Thing Will Be Fine“, jeweils mit hochkarätiger Hollywood-Besetzung. Wenders-Freunde schielen deswegen schon wieder mit einem Auge in Richtung Cannes: Bei acht Einladungen zu den Filmfestspielen, die er in seiner Karriere vorweisen kann, erhofft man sich natürlich, dass auch einer dieser Filme wieder eine begehrte Trophäe holt.

Nach ein paar Jahren in Amerika lebt Wim mittlerweile wieder in Deutschland. Ende 2012 gründet er zusammen mit seiner Frau Donata in Düsseldorf die „Wim Wenders Stiftung“, die es sich zum Ziel gesetzt hat, all seine Werke der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei unterstützen ihn auch „seine besten Freunde in Düsseldorf“, die Toten Hosen, mit denen er seit dem Videodreh zur Single „Warum werde ich nicht satt?“ eine langjährige Freundschaft pflegt.