Düsseldorfer Persönlichkeiten von A bis Z

„V“ wie Sebastian Georg Vollmer

© Lukasfritas | Sebastian Vollmer

Man nennt ihn auch den Nowitzki des Footballs. Mit seinen 2,03 Metern kommt er sogar ziemlich nah an den Riesen heran: Sebastian Georg Vollmer, 1984 in Düsseldorf geboren. Er ist einer von fünf deutschen American-Football-Spielern, die den Sprung in die NFL, die nordamerikanische Profi-Football-Liga, geschafft haben.

Zunächst sieht alles danach aus, als würde Sebastian Schwimmer werden wollen. Als Jugendlicher war er in derselben Trainingsgruppe wie Schwimm-Ass Thomas Rupprath, aber er entscheidet sich anders: Für die damals noch ungewöhnliche Sportart American Football.

Seine Karriere beginnt mit 14 Jahren 1998 bei den Düsseldorf Panthern. Dort ist er Tight End, seine Aufgabe ist es, dem, der den Ball hält, den Weg frei zu räumen. Mit den Rookies wird er 2002 Deutscher Meister. Ein Jahr später reist er mit seiner Mannschaft in die USA – eine gute Entscheidung, wie sich herausstellt, denn Sebastian wird von den Coaches der University of Houston entdeckt. Obwohl er kaum Englisch sprechen kann, wird ihm ein Football-Stipendium angeboten. Zunächst ist er nur Reserve, aber in seinem zweiten Jahr schafft er es auf die Position des Left Tackle (er schützt den Quarterback vor der gegnerischen Mannschaft). Bis 2008 ist er auf dieser Position Stammspieler für Houston.

Im Frühjahr 2009 wird er in den NFL Draft berufen. Bei dieser Veranstaltung präsentieren sich Amateur- und Jugendspieler, die vorher an den Universitäten gespielt haben, den Teams der Liga. Die New England Patriots erwerben so die Rechte an Sebastian Vollmer, der von nun an als Right Tackle spielen soll – zunächst wieder als Reserve. Aber es kommt anders. Die Knieverletzung seines Kollegen Matt Light, der auf der linken Seite spielt, sorgt dafür, dass Sebastian Vollmer einspringen muss. Wegen seiner herausragenden Leistung beim 59:0 Spiel gegen die Tennessee Titans gehört er fortan zur Stammbesetzung.

2011 dann der Schock: Sein Rücken macht nicht mehr mit, er wird als verletzt gemeldet. Für ihn ist das kein ganz neues Terrain, denn schon 2006, direkt nach seinem zweiten Jahr in der Mannschaft in Houston, muss er am Rücken operiert werden. An die schlimme Zeit möchte er auch heute nicht erinnert werden. Trotzdem bleiben die Patriots ihm treu. Im Mai 2013 verlängern sie seinen Vertrag für weitere vier Jahre, er bleibt also als Right Tackle erhalten.

Übrigens: Wer unsere Düsseldorfer Persönlichkeit mal live und in Aktion erleben möchte, der sollte sich an den entsprechenden Spieltagen im „Knoten“ in der Altstadt einfinden. Hier werden alle NFL-Spiele live übertragen, durch die Zeitverschiebung geschieht das jedoch oft zu nachtschlafenden Zeiten. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, kann sich hier über die nächsten Spieltage informieren.