Düsseldorfer Persönlichkeiten von A bis Z

„T“ wie Die Toten Hosen

© Creative Commons License, Die Toten Hosen

Sie bestehen nicht nur aus Campino, wie viele manchmal meinen. Sie sind auch nicht mit den Ärzten verfeindet, wie immer wieder gesagt wird. Und vor allem sind sie noch keine 60, wie sie oft und gerne singen: Die Toten Hosen.

Zwei Fünftel von ihnen sind geborene Düsseldorfer, der Rest kommt aus Essen, Münster und sogar England. Trotzdem hat Campino es geschafft, zwischen der Band und der Stadt Düsseldorf eine untrennbare Beziehung zu schaffen. Denn: Wenn jemand in seinen besten Jahren schon einen Grabplatz auf einem ganz bestimmten Friedhof reserviert, dann ist er entweder verrückt oder er weiß, dass diese Stadt für ihn der schönste Ort der Welt ist.

Die Hosen wissen das. Seit der Gründung der Band 1982 im Ratinger Hof sind sie immer ihren Düsseldorfer Wurzeln treu geblieben. Ob es sich dabei nun um Fußball, Eishockey oder soziale Projekte dreht, spielt keine Rolle. So haben sie schon einmal 200.000 D-Mark gespendet, damit Fortuna Düsseldorf Ende der 80er Jahre den Spieler Anthony Baffoe kaufen konnte. 2012 unterstützen sie auch den angeschlagenen Eishockeyclub DEG, indem sie Warmlauf-Shirts mit dem Totenkopfemblem der Band und dem Songtitel „Alles aus Liebe“ entwerfen und deren Erlöse dem Verein spenden.

Aber auch politische, tierschutzrechtliche und umweltbezogene Themen spielen bei den Hosen immer wieder eine zentrale Rolle. So beziehen sie durch ihre Musik immer wieder Stellung zu politischen Ereignissen, auch wenn sie sich niemals parteipolitisch einspannen lassen. 2002 posierten sie nackt unter dem Motto „Lieber nackt als im Pelz“ auf Plakaten der Tierschutzorganisation PETA. Im Jahr 2007 stellt sich die Band auf die Seite der Bewegung „Move Against G8“. Auf dem gleichnamigen Sampler erscheint eine Live-Version ihres Liedes „Pushed Again“. Auch Entwicklungshilfe in Afrika ist ein Steckenpferd der Jungs: 2007 reist ein Teil der Band nach Malawi, Sambia und Uganda, um sich ein Bild der Lebenssituation der Menschen dort zu machen.

Aber wo kommen die Hosen eigentlich her? Vorläufer dieser Band war „Zentralkomitee Stadtmitte“, abgekürzt ZK. Campino, Ralf Isbert und Claus Fabian gründen die Punkrock-Band im November 1978. 1980 kommt mit Andreas von Holst ein weiteres Mitglied dazu, das später auch zu den Toten Hosen gehört. Die endgültige Gründung der Hosen erfolgt 1982 mit einem Roadie vom ZK: Andreas Meurer. Wo? Am Ratinger Hof, eine Kultkneipe mitten im Herzen der Düsseldorfer Altstadt.

Wenn das noch nicht reicht, um die Jungs der Hosen zu echten Düsseldorfer Persönlichkeiten zu machen, liefern sie selbst noch einen weiteren Grund: Auf ihrer Homepage zeigen die Bandmitglieder „Andi, Breiti, Kuddel und Vom“ in sechs Rubriken bei einer virtuellen Stadtführung durch Düsseldorf ihre Lieblingskneipen, die leckersten Restaurants, die besten Clubs und Konzertorte sowie eine Reihe von Klamotten- und Plattenläden. Na, dann mal auf zur Hosen-Sightseeing-Tour!