Düsseldorfer Persönlichkeiten von A bis Z

„S“ wie Heinrich Spoerl

„Dieser Film ist ein Loblied auf die Schule, aber es ist möglich, dass die Schule es nicht merkt.“ Mit diesem Satz beginnt der Film „Die Feuerzangenbowle“ von 1944 mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle. Hinter den Kulissen spielt jedoch ein ganz anderer die erste Geige: Heinrich Christian Johann Spoerl, 1887 in Düsseldorf geboren, der die Romanvorlage zum bekannten Film schreibt.

Unsere Düsseldorfer Persönlichkeit, hier auf einer Gedenktafel an seiner alten Schule: Heinrich Spoerl | © Foto: Andreas Schwarzkopf / CCL

Obwohl seine Initialen ähnlich sind, ist nicht er, sondern sein Vater der Inhaber der J.H. Spoerl Maschinenfabrik an der Tußmannstraße. Heinrich soll in die Fußstapfen seines Vaters treten und die Fabrik, in der Druck- und Papierverarbeitungsmaschinen hergestellt werden, übernehmen. Heinrich hat jedoch andere Pläne: Nach dem Abschluss der Oberrealschule am Fürstenwall in Düsseldorf-Bilk im Jahre 1905 studiert er Rechtswissenschaften in Marburg, Berlin und München. Von 1919 bis 1937 ist er Rechtsanwalt mit einer eigenen Kanzlei, sein Erfolg hält sich jedoch in Grenzen, sodass er die Kanzlei bald wieder schließen muss.

Als Folge davon verlässt er 1937 seine Heimatstadt erneut und geht erst nach Berlin und im Anschluss nach Rottach-Egern in Oberbayern. Zwischen 1945 und 1948 praktiziert er dort auch wieder als Anwalt, allerdings nur nebenberuflich. Hauptsächlich ist er nun freier Schriftsteller, der wegen seiner humoristischen Romane und Erzählungen bekannt wird, von denen auch einige verfilmt werden. Am bekanntesten sind neben „Die Feuerzangenbowle“ die Filme „Der Maulkorb“ mit Ralph Arthur Roberts und „Der Gasmann“, der ebenfalls mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle besetzt wird.

Überhaupt sind sie gute Freunde, der Heinz und der Heinrich: So verfassen sie nicht nur gemeinsam das Drehbuch für „Die Feuerzangenbowle“, sondern führen auch bei einigen Szenen Regie. Er ist es auch, der Heinrich 1947 nach dem Tod seiner Frau Gertrud Klebben beisteht. Mit ihr hat er einen Sohn, Alexander, der ebenfalls Schriftsteller ist und mit dem er 1949 sogar den gemeinsamen Roman „Der eiserne Besen“ verfasst. Für den Sohn ist es der erste Roman, sein bekanntestes Werk ist „Memoiren eines mittelmäßigen Schülers“ von 1950.

Beerdigt wird Heinrich jedoch nicht in seiner Heimatstadt, sondern auf dem Friedhof in Rottach-Egern im Familiengrab. Später wird auch sein Sohn Alexander dort beigesetzt.

Neben der alten Maschinenfabrik an der Tußmannstraße, in der heute das Restaurant Spoerl Fabrik angesiedelt ist, erinnert eine Gedenkplatte an Heinrich Spoerl und seinen Sohn Alexander. Sie ist auch an seiner früheren Schule, dem heutigen Geschwister-Scholl-Gymnasium in der Redinghovenstraße in Bilk angebracht.