Japanische Spuren in Düsseldorf

Es wird auch „Little Tokyo“ genannt: Der Bürokomplex rund um das Deutsch-Japanische Center an der Immermannstraße, Ecke Charlottenstraße. Hier befinden sich neben der japanischen Handelskammer, dem Generalkonsulat und einem japanischen Hotel auch eine Karaoke-Bar und ein japanisches Restaurant. Doch „Japan in Düsseldorf“ ist viel mehr als nur das.

Den Anfang zur deutsch-japanischen Freundschaft macht Louis Kniffler (übrigens ein Düsseldorfer), als er im Jahre 1859 in Nagasaki das Deutsch-Japanische Handelshaus gründet. Japan wird auf Deutschland aufmerksam, sieht es als zentrale Wirtschaftsstelle für eigene Firmen. Seitdem ist Düsseldorf ein beliebter Standort für japanische Unternehmen, von denen sich inzwischen rund 500 hier angesiedelt haben. Was liegt da näher, als durch die Stadt zu streifen und die interessantesten kulturellen Punkte zu suchen?

Hier sollte man auf jeden Fall einen Abstecher einlegen: das Deutsch-Japanische Center | Foto: Marek Gehrmann / GNU Free Documentation License

Starten sollte man vor eben jenem Bürokomplex im japanischen Geschäftsviertel zwischen Berliner Allee, Klosterstraße, Charlottenstraße und Graf-Adolf-Straße. Hier gibt es die größte Ansammlung von japanischen Geschäften, Reisebüros, Restaurants und Ärzten in ganz Deutschland. Tatsächlich aber wohnen nur wenige Japaner in dieser Ecke; die meisten leben in Ober- und Niederkassel.

Nach einem Happen Sushi kann man sich von hier aus gut gestärkt auf den Weg machen: Zum EKŌ-Haus, dem einzigen Jōdo-Shinshū Tempel in Europa. Obwohl so weit weg von der Heimat, ist er einer der größten japanischen Schulen für Buddhismus weltweit. Neben traditionellen buddhistischen Festen, Teezeremonien und Konzerten findet man dort ein breites Kursangebot für japanische Kampfsportarten.

Weiter geht es im Japanischen Garten im Nordpark, der ein Geschenk von japanischen Unternehmen und Mitgliedern der Gemeinde an die Stadt Düsseldorf ist. Hier kann man auf rund 5.000 Quadratmetern die von Iwaki Ishiguro gestaltete Kopie eines originalen japanischen Gartens bewundern. Alle zwei bis drei Jahre wird er von Gartenarbeitern aus Japan kontrolliert, sodass hier die Echtheit gewährleistet wird.

Ein kurzer Ausflug zur Japanischen Internationalen Schule am Niederkasseler Kirchweg verdeutlicht den hohen Wachstum der japanischen Bevölkerung in Düsseldorf: 1971 wurden hier gerade mal 43 Kinder unterrichtet; mittlerweile bietet die Schule eine Ausbildung in Grund- und Mittelstufe für knapp 1.000 Schüler an.

Wer seine Tour nun „typisch japanisch“ beenden möchte, der sollte sich zurück zum Anfang begeben und den Weg zur Kö einschlagen – Japaner lieben große Modelabels und schätzen das große Aufgebot internationaler Marken in Düsseldorf, sodass hier nach Feierabend gern noch groß geshoppt wird.

In diesem Sinne: „Ryokou wo tanoshinde kite kudasai“ – Viel Spaß.