Düsseldorfer Persönlichkeiten von A bis Z

„P“ wie Doro Pesch


Die Rheinische Post nennt sie Anfang diesen Jahres „Mama Metal“. Zu Recht, denn sie ist die erste Frau, die es geschafft hat, 1986 beim Festival Monsters of Rock aufzutreten. Damit ebnet sie den Weg für andere Sängerinnen aus dem Heavy-Metal-Genre wie Tarja Turunen oder Anette Olzon. Die Rede ist von niemand geringerem als Dorothee Pesch, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Doro.

Alle haben sich gewünscht, dass sie Opernsängerin wird. Schließlich ist die Stimme, mit der sie sich selbst in den Schlaf singen kann, so schön und beruhigend. Aber Doro hat schon ganz früh andere Pläne. Bei ihren Freunden entdeckt sie die Poster von Alice Cooper und Led Zeppelin, die Platten hört sie von nun an rauf und runter. Mit denselben Freunden nimmt sie ihre erste eigene Platte auf, damals noch ganz klassisch auf Kassette. Zugucken oder zuhören durfte keiner – erst, wenn die Jungs den Raum verlassen hatten, brüllte Doro los.

Doro wie sie leibt und lebt - unsere Düsseldorfer Persönlichkeit! | Foto: Holger Nassenstein / GNU Free Documentation License

Die erste richtige Band kommt aber erst mit 15. Auftritte am Wochenende, Proben an jedem anderen Tag. An das Tourleben ist sie gewöhnt, ihr Vater hat sie schließlich schon im Kindergartenalter auf seine Tourneen mitgenommen. So ist es kein Wunder, dass sie bald mehr unterwegs ist als zu Hause.

Das ist übrigens auch heute noch so. Obwohl sie zwei Wohnungen in New York und Düsseldorf hat, dienen beide nur als Lager für ihre endlos große Plattensammlung, ihre Bühnenoutfits und ihre persönlichen Lieblingsstücke. Zu diesen Lieblingsstücken gehört auch ein alter BMW, der 1993 durch einen geplatzten Reifen bei 160 km/h einen Totalschaden erlitt. Auf den Schrott kommt er jedoch nicht: Obwohl die Reparatur teurer ist als ein neuer Wagen, lässt Doro jedes kaputte Teil ersetzen. „Wenn ich was liebe, dann liebe ich das für immer. Das geht dann nicht weg.“

Seit 1990 macht sie unter gänzlich eigenem Namen Musik. Offiziell startet diese Epoche schon ein Jahr vorher mit dem Album Force Majeure, allerdings haben diese Platten einen Aufkleber, der sie als ein altes Warlock-Album (die Band, mit der Doro sich in der Szene einen Namen machen konnte) ausweist. Mit ihrem aktuellen Album Raise Your Fist ist sie aktuell auf Europatournee. Eben immer unterwegs.

Das ist auch der Grund, warum Doro sich ein konventionelles Leben mit Mann, Kindern und Haus nicht vorstellen kann. Sie kann einfach nicht an einem Ort bleiben – außer in ihrem Tourbus. Denn der erinnert sie an ihre Kindheit, die sie mit ihrem Vater im LKW verbracht hat. Immer auf dem Weg von einem Gig zum nächsten.

Hin und wieder führt die Tour sie auch wieder zurück nach Düsseldorf. Dann schläft sie zwischen Platten und Kostümen auf den zwei Quadratmetern, die sie sich vor dem Fernseher freigeschaufelt hat. Sie kommt eben doch immer gern zurück.