Düsseldorfer Persönlichkeiten von A bis Z

„H“ wie Christian Johann Heinrich Heine

© Wikipedia Commons, Heinrich_Heine 1831

Man findet ihn beinahe überall in der Stadt – als Namensgeber einer Universität, eines Instituts, einer Gesellschaft, eines Preises, einer Allee, als Denkmal, als Büste, als Monument: Harry Heine, wie Christian Johann Heinrich Heine vor seiner Taufe eigentlich heißt, hat deutliche Spuren in Düsseldorf überlassen.

Man weiß, dass Harry Heine in Düsseldorf geboren ist, genauer gesagt in der Bolkerstraße 53, mitten im Herzen der Altstadt. Nicht aber, wann – die einzigen Dokumente, die seine Geburt bezeugen könnten, sind seit langem verschollen. Harry Heine sagt selbst, dass er „der erste Mann des Jahrhunderts“ ist, weil er 1800 in der Nacht zu Neujahr geboren ist. Mittlerweile ist man sich einig, dass sein Geburtstag der 13. Dezember 1797 ist.

Schon früh stellt Heinrich fest, dass er verliebt ist. Verliebt in ein Mädchen, das er „das rote Sefchen“ nennt, verliebt in das Leben, das so viele Abenteuer für ihn offenhält, verliebt in die Stadt, in der er geboren ist – auch wenn er das erst viel später in Worte fasst, als er seine Liebe zum Schreiben entdeckt.

Vorher verläuft sein Leben anders: Sein Vater bestimmt, dass er Bankier werden soll. Vorbei sind die lauen Abende, die er im Hofgarten verbracht hat. Seine Ausbildung macht er eher halbherzig in Frankfurt und Hamburg; die ihm gegebene Zeit nutzt er nicht zum Erlernen des Geldgeschäfts, sondern zum Schreiben. Seine ersten Gedichte erscheinen 1817 in der Zeitschrift „Hamburgs Wächter“, wo sie unter seinem Pseudonym „Sy. Freudhold Riesenharf“ veröffentlicht wurden. Hier zeigt sich zum ersten Mal seine Liebe zu seinem Geburtsort, denn sein Pseudonym ist ein Anagramm der Worte „Harry Heinrich, Dusseldorff“.

Viel später, nach seinem Studium der Rechtswissenschaften in Bonn, Göttingen und Berlin lässt Harry sich 1825 in Heiligenstadt taufen und nimmt die Vornamen Christan Johann Heinrich an. Fortan veröffentlicht er unter dem Namen „Heinrich Heine“ seine Reiseberichte und verschiedene Lyrikbänder. 1827 veröffentlicht er „Ideen. Das Buch Le Grand“, in dem eine Liebeserklärung an seinen Geburtsort enthalten ist. So schreibt er: „Die Stadt Düsseldorf ist sehr schön, und wenn man in der Ferne an sie denkt und zufällig dort geboren ist, wird einem wunderlich zu Muthe. Ich bin dort geboren und es ist mir, als müsste ich gleich nach Hause gehn. Und wenn ich sage nach Hause gehn, dann meine ich die Bolkerstraße und das Haus, worin ich geboren bin.“

Sein Geburtshaus wurde inzwischen von der Stadt Düsseldorf erworben und mithilfe der Heinrich-Heine-Gesellschaft zu einem Literaturtreff umgestaltet. Jährlich finden dort etwa 50 Veranstaltungen rund um Heinrich Heine statt. Wenn man allerdings mehr über Heinrich Heine als Mensch erfahren möchte, ist das Heinrich-Heine-Institut an der Bilker Straße die erste Anlaufstelle. Schließlich ist es Museum, Forschungs- und Gedenkstätte in einem. Die Dauerausstellung vermittelt nicht nur einen Eindruck über Leben und Wirken des Dichters, sondern zeigt auch die weltweit größte Zahl der Originalhandschriften von Heinrich Heine.