Düsseldorfer Persönlichkeiten von A bis Z

„J“ wie Bertram Jesdinsky


Wenn einem Maler die Ehre zuteil wurde, an der Verschönerung der U-Bahn-Station an der Heinrich-Heine-Allee mitzuwirken, dann hat er es auch verdient, zu unseren Düsseldorfer Persönlichkeiten zu zählen. Der Mann, von dem wir schreiben, ist Bertram Jesdinsky. Der 1960 in Bonn geborene Künstler gehört zu den acht Auserwählten, die beauftragt wurden, ein großflächiges Motiv für den U-Bahnhof in der Altstadt zu gestalten und Düsseldorf damit ein Stück zu verschönern.

Obwohl in Bonn geboren, verbringt Jesdinsky einen Großteil seines Lebens in Düsseldorf und studiert hier ab 1982 an der Kunstakademie. Seine Bewerbungsmappe überzeugt mit Fabelwesen, die auf Schriftstücken ihr Dasein finden, die er zufällig gefunden hat. Daraus entsteht das „Bestiarium“: Es zeigt Hörnertiere, geflügelte Wesen, Dinosaurier, Luchse, Fische und weiteres Getier.

Für manch anderen wären die alten und zerknickten Schriftstücke Abfall gewesen – für Jesdinsky hatten sie etwas Nostalgisches an sich. Deshalb hat die gesamte Bewerbungsmappe den Charakter eines sogenannten „Objets trouvé“ – einem Kunstwerk, welches aus Alltagsgegenständen oder Abfällen hergestellt wird – und macht einen ästhetischen und geistigen Grundriss sichtbar, der dadurch verstärkt wird, dass Jesdinsky die Fabelwesen nach dem „Knickmuster“ des Papiers einzeichnet und diese Zeichnungen so einem architektonischen Plan ähneln.

Jesdinsky war Mitglied der Gruppe „Anarchistische GummiZelle (AGZ)“ – eine 1980 gegründete Künstlergruppe mit dem Schwerpunkt Performance.

Durch seinen Erfolg in jungen Jahren erhält Jesdinsky 1989 ein zweijähriges Stipendium der Günther-Peill-Stiftung, welches aufgrund seiner Begabung um ein drittes Jahr verlängert wird. Die Kunst- und Kulturstiftung in Düren fördert Nachwuchskünstler und der Stipendiat erhält seine erste Ausstellung im Leopold-Hoesch-Museum Düren.

Durch sein unerschöpflich reiches Potential an Kraft und Erfindungsgabe, seine Experimentierfreude und seinen unkonventionellen Umgang mit verschiedenen Materialien wie Pappe, Kunststoff, Gummi etc. erschafft Bertram Jesdinsky eine eigenständige, neue künstlerische Dimension.

Seine bekanntesten Werke, großformatige Tierskulpturen mit farbigem Epoxyharz, entstehen. Er schafft anatomisch korrekte Tierplastiken, wie „Giraffe“, „Mondkalb mit Reibekuchen“ oder „Der Entenzählstein“, die in großen, höhlenartigen Räumen in Szene gesetzt werden.

Trotz seines frühen Todes im Jahr 1992 hat Bertram Jesdinsky ein gewichtiges Werk hinterlassen und die meisten seiner Werke befinden sich noch heute im Leopold-Hoesch-Museum Düren.