Düsseldorfer Persönlichkeiten von A bis Z

„E“ wie Johanna Ey

© Hannes Maria Flach, Mutter_Ey, 1928

Kunst wird in Düsseldorf seit eh und je groß geschrieben. Ende des 19. Jahrhunderts sticht eine Frau als bedeutende Förderin von Studenten und jungen Künstlern im Bereich der modernen Malerei hervor: Johanna Ey. Von vielen ihrer Schützlinge auch „Mutter Ey“ genannt.

Die 1864 in Wickrath (gehört heute zu Mönchengladbach) geborene Galeristin stammt aus ärmlichen Verhältnissen und zieht mit nur 19 Jahren allein aus ihrer Heimatstadt nach Düsseldorf. Sieben Jahre schlägt sie sich dort als freischaffende Künstlerin durch, bevor sie ihren zukünftigen Ehemann Robert Ey kennenlernt und sich seitdem um Mann und Kinder kümmert.

1907 eröffnet Johanna eine Kaffeestube an der Ratinger Straße. Da die Kunst aber immer ein Teil von ihr bleibt, spricht sich schnell herum, dass die Dame eine Freundin der Jungen Künste ist. Schauspieler, Journalisten, Musiker und Maler aus der naheliegenden Düsseldorfer Kunstakademie nutzen die Kaffeestube fortan als Treffpunkt zum Austausch über ihre Leidenschaft.

1910 lassen sich Johanna und Robert Ey scheiden. Ein möglicher Grund für die Scheidung ist, dass Johanna das Geld ihres reichen Mannes nutzt, um den jungen Künstlern Kredite mit niedrigen Zinsen zu gewähren.

Nach dem ersten Weltkrieg eröffnet Johanna am Hindenburgwall (heute die Heinrich-Heine-Allee) einen kleinen Kunsthandel namens „Junge Kunst – Frau Ey“. Er wird zum Mittelpunkt für die Künstlergruppe „Das junge Rheinland“. Besonders gut läuft die Galerie nicht, doch wegen ihrer Liebe zur Kunst hält Johanna daran fest. Als 1929 die Wirtschaftskrise über Düsseldorf hereinbricht, stellt die Stadt Johanna die Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung.

Viele ihrer Schützlinge – darunter bedeutende Künstler wie Otto Dix, Otto Pankok oder Max Ernst – schließen sich während des zweiten Weltkrieges dem Kampf gegen den Nationalsozialismus an, sodass Johannas Bilder verboten und sogar zerstört werden. 1934 muss Johanna die Galerie schließlich endgültig aufgeben, obwohl sie unter den Künstlern immer noch hoch angesehen ist. Einer ihrer Schützlinge gründet 1946 die „Mutter Ey GmbH“ und stellt weiter Werke aus, allerdings kann diese Galerie nicht an den Erfolg der alten Galerie anknüpfen.

Johanna Ey gilt heute als meistgemalte Frau Deutschlands. Viele ihrer Schützlinge nutzen ihre Förderin als Motivvorlage. Auch in Gedichten wird sie immer wieder erwähnt. Selbst heute ist sie immer noch präsent: im Jahr 2000 dreht Peter Kern einen Spielfilm namens „Johannas Leidenschaften“ über „die Ey“. Und das Theater FLIN in Flingern zeigt 2007 ein Theaterstück mit dem Titel „Bühne frei für Mutter Ey“. Eine Skulptur der Kunstförderin von Hannelore Köhler kann im Spee’schen Park in Düsseldorf bewundert werden.