Düsseldorfer Persönlichkeiten von A bis Z

„D“ wie der Reiche, Wilhelm

By Johan Malthain - Wilhelm V. (1516 - 1592), Herzog von Jülich-Kleve-Berg

Als erste historische Persönlichkeit in unserer Reihe hat Wilhelm der Reiche gleich einiges zur Optik des heutigen Viertels beigetragen. Der 1516 geborene Düsseldorfer war maßgeblich daran beteiligt, dass der Hofgarten heute als öffentliche Grün- und Erholungsanlage genutzt werden kann.

Februar 1539: Mit nur 23 Jahren wird Wilhelm V., wie er eigentlich heißt, Herzog von Jülich-Kleve-Berg sowie Graf von Mark und Ravensberg. Während seiner anfänglichen Herrschaftszeit über die Landstriche seines Vaters Johann III. ist er in viele politische Auseinandersetzungen verstrickt, so zum Beispiel in die Herrschaftsfrage über das benachbarte Herzogtum Geldern. Das Land verliert er nach einer Entscheidung auf dem Regensburger Reichstag 1541 an Kaiser Karl V., obwohl Wilhelm als Nachfolger des entfernten Verwandten Herzog Karl von Egmond Anspruch darauf hat.

Aufgrund der unruhigen politischen Lage und den ungeklärten Konflikten zwischen den Niederlanden und seinem eigenen Reich verbringt Wilhelm die meiste Zeit in seinem Düsseldorfer Schloss, welches heute zur Altstadt gehört. Um die Festungen und Residenzen seiner verbliebenen Ländereien neu aufzubauen oder zu verschönern, verpflichtet er ab 1557 den Renaissance-Baumeister Alessandro Pasqualini für diese Arbeiten. Zu seinen bekanntesten Bauten in Deutschland zählen unter anderem das Jülicher Rathaus und die Jülicher Zitadelle.

Im Zuge dieser „Renovierungsarbeiten“ widmet sich Wilhelm der Reiche auch dem Hofgarten, der bis dahin lediglich aus zusammengewürfelten Zier- und Nutzgärten besteht und zu den einzelnen Ländereien der Herzöge gehört. Er lässt das Gartengelände ebnen, bepflanzen und erweitert es um das Gebiet nördlich der Düssel bis nach Pempelfort. Wilhelm der V. hält sich seitdem vorwiegend im Hofgarten auf und veranstaltet regelmäßig Festlichkeiten des Hofes. Die bedeutendste Feierlichkeit ist die Hochzeit von Wilhelms jüngstem Sohn und Erprinzen Johann Wilhelm mit Jakobe von Baden-Baden im Jahr 1585. Die als mythologisches Spektakel ausgerichtete Hochzeit mit Tanz, Ritterspielen, Feuerwerk und Darbietungen auf dem Rhein ist mit der Aufführung von „Orpheus und Amphion“ gleichzeitig die erste nachweisbare opernhafte Aufführung in Deutschland.

Wilhelm der V. führt seine Regierungsgeschäfte trotz mehrerer Schlaganfälle und daraus resultierenden Lähmungen bis zu seinem Tode weiter. Er war verheiratet mit Maria von Habsburg, mit der er insgesamt sieben Kinder hat. Beigesetzt wird er 1592 in der Düsseldorfer Lambertuskirche, wo sich auch heute noch das Grabmal von ihm befindet.