Düsseldorfer Persönlichkeiten von A bis Z

„B“ wie Joseph Heinrich Beuys

Ein vielseitiger Aktionskünstler, dessen Namen man in Düsseldorf wiederfindet: Joseph Heinrich Beuys | © Ullstein Bild / Hellgoth

Der 1921 in Krefeld geborene und als Düsseldorfer Künstler bekannt gewordene Joseph Heinrich Beuys ist ein Superstar der Zeitgenössischen Kunst.

Der „Guru von Düsseldorf“, wie Beuys zu Lebzeiten in der Kunstszene genannt wurde, war als Künstler konventioneller Bildhauerei zwar äußerst talentiert, schrieb sein eigenes Kapitel in der Kunstgeschichte jedoch eher als „Brecher“ gängiger Kunstkonventionen.

Beuys, der ab 1961 den Lehrstuhl für monumentale Bildhauerei auf der von ihm bereits als Schüler besuchten Kunstakademie Düsseldorf innehatte, erregte schon bald durch seine sogenannten Aktionen große Aufmerksamkeit. Der Künstler erschuf teils bizarre Installationen und verwendete dafür ungewöhnliche Materialien wie Filz, Honig oder Fingernägel. Seine Werke waren Ausdruck der Annäherung an einen neuen Kunstbegriff, der auch soziale, gesellschaftliche und politische Bereiche des Lebens durchdringen sollte.

Als Dozent forderte er die Zulassung aller Bewerber an der Kunstakademie Düsseldorf und wehrte sich gegen Restriktionen, die dem Wunsch nach einem Kunststudium im Wege standen. Das führte zu massiven Konflikten mit seinem Arbeitgeber, dem Wissenschaftsministerium und dessen Vorsitzenden Johannes Rau. Als der eigenwillige Beuys 1972 schließlich fristlos entlassen wird, entbrennt ein medialer Sturm der Entrüstung. Die Presse berichtet in dieser Zeit von Unterschriftenaktionen, Hungerstreiks und Vorlesungsboykottierungen. Nach jahrelangem Rechtsstreit mit dem Land Nordrhein-Westfalen durfte Joseph Beuys zumindest seinen Professorentitel und sein Atelier „Raum 3“ in der Akademie behalten.

In den folgenden Jahren setzte der Aktionskünstler, Professor und Kunsttheoretiker weltweit immer wieder Akzente und machte durch seine Kunstform auf ökologische, soziale und kulturelle Missstände aufmerksam.

In seiner letzten Rede, die er kurz vor seinem Tod 1985 anlässlich der Münchener Kammerspiele hielt, verdeutlichte Beuys eindrucksvoll seine immer wieder vorgelebte Hauptthese, dass jeder Mensch ein Künstler sei.

Ein großer Teil der heutigen Rheinuferpromenade erinnert noch heute an den „Guru von Düsseldorf“ und trägt seinen Namen: Joseph-Beuys-Ufer. Ihm gegenüber liegen Düsseldorfs bedeutsamste kulturelle Einrichtungen wie die Tonhalle, der Ehrenhof und etwas weiter Richtung Altstadt auch die Kunstakademie Düsseldorf.