Düsseldorf von A bis Z – W wie Wehrhahn

Von Altbier bis Zicke – in unserer Serie „Düsseldorf von A bis Z“ stellen wir Ihnen Düsseldorfer Kulturgut, kuriose Redensarten und bedeutende Personen, Orte und Gebäude in der Stadt vor. Diese Woche geht es um einen belebten Straßenzug in der Pempelforter Nachbarschaft. Dieser ist wegen der geplanten neuen U-Bahnstrecke nicht nur zurzeit in aller Munde, sondern stellte auch schon im 19. Jahrhundert einen der bekanntesten Orte in der Stadt dar – die Rede ist vom Düsseldorfer Wehrhahn.

Wehrhahn3Als Verlängerung der damals schon beliebten Einkaufs- und Handelsmeile Schadowstraße, die bis 1851 noch Flinger Steinweg hieß, herrschte am Düsseldorfer Wehrhahn bereits im 19. Jahrhundert reges Treiben. An der höchstwahrscheinlich nach einem Wehr- oder Schlagbaum der hier ansässigen Landwehr benannten Straße trafen sich alle, die von Grafenberg ins Bergische Land zogen. Aus diesem Grund hatte man für die Besucher, Durchreisenden und Händler überall entlang der Hauptstraße Pferdetränken aufgestellt, damit sich das wichtigste Fortbewegungsmittel der Besucher nach einer langen Anreise etwas ausruhen konnte.

Eine dieser Pferdetränken befand sich unmittelbar vor dem Frankenheim Brauereiausschank, welcher bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts hier ansässig ist. Und genau an dieser Stelle findet man heute die Bronzeplastik „Fokus“ der Künstlerin Angelika Freitag, die ein Pferd mit einem Loch im Bauch zeigt. Die einer Viehtränke nachempfundene Skulptur wurde im Jahre 1993 zwischen dem Wehrhahn und der Pempelforter Wielandstraße aufgestellt und soll an die ereignisreiche Geschichte des Ortes erinnern.

WehrhahnNachdem die Verlängerung der Schadowstraße bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs in voller Blüte erstrahlte, wurde ein großer Teil des Straßenzugs während des Krieges zerstört oder massiv beschädigt. Mit dem Wiederaufbau und der Wirtschaftswunderzeit bekam er durch eine Verbreiterung der Straße ein neues Gesicht und konnte erneut glänzen. In jüngster Zeit ist der Wehrhahn vor allem als Namensgeber der „Wehrhahn-Linie“ in aller Munde. Und so wird die geplante U-Bahnstrecke auch in der Zukunft dafür sorgen, dass der Wehrhahn seinen Ruf als bunter Hund beibehält.