„Damals war’s – Die Kurbelkiste!“ – Mit opinio durch Düsseldorfer Geschichten!

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Wie alt man tatsächlich ist, liebe Leserinnen und Leser, erkennt man immer daran, wie alt die eigenen Freunde sind. Und dennoch bedeuten Zahlen und Jahresringe nichts, wenn man den Zeitgeist der eigenen Jugend immer in sich spürt. „OPINIO“ – quasi der Herzschrittmacher in Sachen Zeitgeist-Revitalisierung – ist ein Portal der Rheinischen Post, welches Lesern die Möglichkeit gibt, ihre eigenen Düsseldorfer Geschichten zu erzählen. So wie diese:

Sie war das urgiste Kino unserer Stadt, ein alter Luftschutzbunker

Heute noch ist der Luftschacht vor dem Frühstücksbäcker Bastian´s zu sehen. Die Kurbelkiste war unser Liebling der sechziger Jahre. Herrliche Kinozeiten, die Erinnerungen kommen zurück. Ich war 15 Jahre alt, und die tollsten Filme gab es in der Kurbelkiste,“Unter 16 verboten“, natürlich. Wir schmuggelten uns über ein Lokusfenster hinein. Der lange Weg durch einen Tunnel, beklebt mit Postern der verführerischsten Frauen, war wie der Vorhof zum Paradies.. Francoise Arnoul: sinnlicher konnte man nicht blicken, der Höhepunkt: Martine Carol, die 2 cm Brust zeigte. Ich wohnte im Sündenpfuhl Poensgenstrasse, aber mein Herz wußte noch nichts von den Abgründen der Liebe. Um die Ecke lag die Graf Adolf Strasse, das war mein Hollywood. Wenn man das „Rex“ vom Bahnhof und das „Ali“ im Bahnhof , die beiden „Berolina“ und „Universum“ von der Berliner Allee mitzählt, war ich in einer Traumwelt von 14 Kinos umgeben. (1895 Europapalast, 1899 Apollo, 1907 Casino, 1911 Asta Nielsen, 1913 Residenz, 1950 Kamera, 1957 City, 1958 Savoy, 1968 Lux, 1971 Neues Europa) Im Europapalast sah ich 1953 meinen längsten Film:“Vom Winde verweht“. Goldbetresste Platzanweiserinnen, Verheißung ausstrahlend

Bildquellenangabe: Rolf van Melis / pixelio.de